Interview

Der Politiker

In die Politik kam ich mit 30 Jahren mit der Wende. Für mich war klar, dass nach den gefälschten Kommunalwahlen im Mai 1989 in der DDR etwas passiert. Meine Frau und ich entschieden: Jetzt oder nie! Ich baute dann das „Neue Forum“ in Dresden mit auf. Für den Eintritt in die CDU entschied ich mich, da sie als einzige Partei an der Deutschen Einheit festgehalten hatte.

Die ersten Sporen in der Politik konnte ich mir unter Professor Biedenkopf verdienen. Von ihm habe ich gelernt, dass Politik sehr viel harte Arbeit ist, denn um die meisten Entscheidungen muss zunächst hart gerungen werden. Dies erfordert Leidenschaft, aber vor allem Disziplin und eine klare Haltung in der Sache.

An diesen Leitlinien habe ich mich während meiner Zeit als Landtags- und später Bundestagsabgeordneter stets ausgerichtet. Ich stand nie für flotte Sprüche auf der politischen Bühne, sondern vor allem für solide politische Arbeit. Politisch Flagge zu zeigen, wenn man von einer Sache überzeugt ist, das war und ist meine Art zu agieren.