Tourismuspolitisches Gespraech Ihk 19 05 2020

Diskussion zur Zukunft vom Reiseunternehmen in Sachsen

Tourismuspolitisches Gespräch in der IHK-Dresden zur Zukunft der Reisebranche

Es gibt weiterhin viel Gesprächsbedarf bei unzähligen Reisebüros, Busunternehmern und Spezialanbietern von touristischen Aktivitäten in ganz Deutschland. Auch für mich ist es bereits die zweite Diskussionsrunde in der IHK-Dresden zu diesem Thema. Viele Probleme gilt es zu lösen. Dabei ist momentan das Wichtigste, den Betrieben eine Perspektive für die Zeit nach der Krise zu geben.

Nachdem der erste Anlauf, eine generelle Gutscheinlösung in Deutschland einzuführen, in Brüssel nicht bestätigt werden konnte, wurde nun am 7. Mai 2020 eine freiwillige Gutscheinlösung mit einer gesetzlichen Ausfallabsicherung beschlossen. Aber auch diese Lösung wird nicht alle Probleme aus der Welt schaffen. Viele Reiseveranstalter und Reisebüros sind in den letzten Monaten für ihre Kunden in Vorleistung gegangen und haben bereits Reisebusunternehmen, Hotels und Flüge bezahlt. Müsste das Geld jetzt an die Verbraucher zurückfließen, wäre das bei weiterhin fehlenden Einnahmen für viele Unternehmen nicht zu verkraften. Selbst wenn Kunden zu 50 Prozent Gutscheine akzeptieren würden, blieben Milliarden Euro an fälligen Rückzahlungen übrig.

Daher setze auch ich mich dafür ein, dass ein Rettungsfonds für Pauschalreisen geschaffen wird, aus dem die Rückzahlung der Kundengelder erfolgt. Das würde Reiseveranstalter vor einer Insolvenz schützen und zugleich Verbrauchern die Rückerstattung für ihre stornierten Reisen sichern. Die Fondeinlage würde der Staat zunächst in vollem Umfang übernehmen. Reiseveranstalter und Reisebüros sollen zur Rückzahlung an den Fonds in einem angemessenen Zeitraum verpflichtet werden. Ziel ist also die Rückzahlung dieser Kosten und keine dauerhafte Übernahme durch die Steuerzahler.

Weitere Ansätze konnte ich mit Vertretern der Branche besprechen. Dazu gehörten eine koordiniertes Vorgehen in der Europäischen Union, aber auch mögliche Zuschussprogramme zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Politisch gehen die Diskussionen dazu in Berlin weiter. Ich bin mir der komplexen Problemlage dieses Themas sehr bewusst und hoffe, dass wir eine gute Lösung finden werden. Denn niemand möchte, dass wir nach der Krise in Deutschland keine Tourismusbetriebe mehr haben.